Der VfL Herford ist einer der traditionsreichsten Herforder Vereine mit einer besonderen Geschichte. Er wurde bereits im Jahre 1881 als ein Arbeitersportverein gegründet. Seine Gründer wollten auch in Herford ein Gegengewicht zum sogenannten bürgerlichen Sport setzen, bei dem allein der Elitegedanke und der Sieg des Einzelnen im Vordergrund stand.
Ein weiterer entscheidender Unterschied bestand darin, dass sich die Arbeitersportvereine für die Völkerverständigung einsetzten, während die bürgerlichen Sportvereine (»Der Kaiser braucht Soldaten«) den Militarismus und die Großmachtpläne des deutschen Kaiserreiches unterstützten. Sportlich hatte für die Arbeitersportler das Gemeinschaftserlebnis, der solidarische Umgang und die gemeinsame sportliche Leistung eine entscheidende Bedeutung.
Ihr Eintreten für Frieden und Solidarität führte dazu, dass die Vereine und ihre Mitglieder sowohl im Kaiserreich als auch in der Weimarer Republik staatlichen Verfolgungen und Repressionen ausgesetzt waren. Unmittelbar nach der Errichtung der Nazi-Herrschaft im Jahre 1933 wurden die Arbeitersportvereine verboten, ihre Mitglieder teilweise verhaftet und eingesperrt und das Vereinsvermögen (Sportgeräte usw.) beschlagnahmt.